Reit- und Fahrsportteam Commons  
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Distanzritt Babenhausen (GER), 21.-23.04.2017
Text: Jenny Commons

Mit grosser Vorfreude fuhr ich zusammen mit Vicomte und Groom Wilma in Richtung Babenhausen in Deutschland, wo wir den EVG3 (63km) angemeldet hatten. Der Zollübertritt via Lustenau (Österreich) verlief problemlos und nach gut 4 Stunden erreichten wir die wunderschöne Anlage des Reit- und Fahrverein Babenhausen. Wenige Minuten nach uns trafen auch Ursula und Christine mit Pakidor ein. Was für ein Timing!


Der Schnee der zwei Tage zuvor gefallen war, war zum Glück schon wieder weg und der Wetterbericht versprach besseres Wetter als in den Tagen zuvor.


In der Vorkontrolle waren viele «lustige» Pferde zu sehen – bisschen sonnig und bisschen windig führte dazu, dass diverse Pferde beim Vortraben gehüpft sind und es sonst lustig fanden. Vicomte schien bisschen angespannt, nahm sich aber so gut er konnte zusammen – auch beim Vortraben.
Die Veterinärin war sehr erfreut über ihn und somit bekamen wir die Startfreigabe für den nächsten Morgen.


Beim Aufwärmen am Samstag war Vicomte nicht mehr ganz so gelassen und baute ein paar kleine Bocksprünge und zappeliges rumtänzeln ein.
Ich war froh, als für Ursula, mich und eine deutsche Reiterin um 9 Uhr das Startzeichen für die erste Runde (31km) fiel. Ab 9 Uhr wurden alle paar Minuten drei Reiter auf die Strecke gelassen. Gleich zu Beginn war Vicomte am ziehen und zerren, so wie er’s auch in Wynigen getan hatte.
Jedoch war bereits nach knapp 3.5 Kilometern Schluss damit. Braver Bube, die zappeligen Phasen werden kürzer! Nach rund 12 Kilometer kam
der erste Groompoint. Trinken wollte Vicomte noch nicht und viel kühlen mussten wir auch nicht. Es war ziemlich frisch.


Nach dem Groompoint trabten wir friedlich weiter und nach rund einem Kilometer knallte plötzlich etwas von unten gegen meinen Steigbügel.
WAS WAR DAS?
Leider war es tatsächlich das vordere linke Hufeisen von Vicomte L also schnell umkehren, Hufeisen einsammeln, Grooms anrufen und zurück zum Groompoint reiten. Vicomte schien sich selber ziemlich getreten zu haben, da er auch einen frischen Ballentritt hatte. Vorsichtig montierten wir den Hufschuh und ritten wieder los. Beim traben schien er gerade, aber ich hatte etwas Respekt, dass er im Trab den Hufschuh auch abreissen würde.
Da aber kurz darauf die schier endlosen Wiesenwege kamen, konnten wir fleissig galoppieren. Mal hinter Pakidor her, mal voraus, zeigte Vicomte seine tolle Galoppade und er schien sich genau so darüber zu freuen wie ich.



Am Ende der 31 Kilometer (oder in unserem Fall 33 Kilometer), konnten wir gleich nach dem absatteln und pulsen zu den Veterinären. Kühlen
mussten wir nicht. Die Vet-In Zeit von 2 Minuten 51 war für mich bis anhin die beste Vet-In Zeit die ich jeh hatte. Vicomte hatte einen Puls von 52
was zeigte, dass wir in Zukunft lernen müssen, schneller abzusatteln ;-) Beim vortraben war er etwas unregelmässig und die Veterinäre schickte uns
in die Pause, damit wir den Beschlag richten konnten, jedoch mit dem Aufgebot für einen Re-Check, bevor wir auf die nächste Runde (19km) gehen. Also ab zum Hufschmied. Wenn man rechnet, dass man 40 Minuten Pause hat und 15 Minuten vor Abritt in den Re-Check sollte, blieben uns somit
25 Minuten. Und das ist in einer solchen Situation sehr wenig. Während dem der Hufschmied sich um den Beschlag kümmerte, packten wir Vicomte warm ein (es hatte viel gewindet!) und mit Heu, Futter und Wasser umstellt.


Kaum war der Hufschmied fertig, reichte die Zeit gerade noch um ein paar Schritte zu laufen, bevor der Re-Check anstand. Ursula übernahm
das Vortraben für mich. Doch bereits beim lostraben war mir klar, dass es heute nicht reichen würde. Und dies war dann auch das Urteil des Veterinären. Eliminiert wegen Lahm. Nebst dem Ballentritt hat dann auch der Hufschuh noch bisschen gescheuert und dies in Kombination mit dem Eisen abreissen und wieder aufnageln war dann wohl einfach zu viel. Jänu, auch das gehört zu unserem Sport. Zum ersten Mal seit ich 2006 mit
dem Distanzreiten begonnen habe und schon über 1300 Kilometer in der Wertung habe, wurde ich zum aller ersten Mal eliminiert. Bis anhin gab es
nur «zurückgezogen». Nicht so schlimm, auch das gehört zu unserem Sport. Hauptsache wir sind alle gesund wieder nach Hause gekommen.


Sicherheitshalber bekam Vicomte einen Betadine-Verband bis am Abend, was sicher eine gute Entscheidung war. Später in der Boxe war er gar
nicht begeistert, da natürlich alle Reiter und Pferde, welche noch in den Rennen waren, immer wieder an den Boxenzelten vorbei geritten sind.
Aber auch daran hat er sich dann irgendwann gewöhnt und hat sein verdientes Mash gefressen. Auch wenn es heute nicht geklappt hat, bin ich
sehr stolz auf den Bube. Er hat sich gut benommen und ist super schön gelaufen. Das mit dem Beschlag war wohl einfach Pech.


Nachdem wir geduscht und etwas gegessen hatten, fuhren wir zurück auf das Turniergelände. Gerade pünktlich um den Einritt der vier
Schweizerinnen nach 160 Kilometer zu sehen. Gratulieren den vier mit ihren Pferden für die 100% Durchkommensrate des CEI3*!


Vicomte war in der Zwischenzeit entspannter und frass genüsslich seinen Berg Heu.


Am nächsten Morgen waren wir schon früh «auf Platz». Während Wilma mit Vicomte spazieren ging, mistete ich die Boxe und packte den Anhänger und das Zugfahrzeug. Die Heimreise verlief ohne Probleme und mit nahezu keinem Verkehr. Nach rund 3 Stunden 40 waren wir wieder bei uns im Stall.


Die Gangunregelmässigkeit zeigte sich auch noch in den paar Tagen nach unserer Rückkehr. Am Mittwoch wurde Vicomte frisch beschlagen und ab dem Folgetag war sein Gang wieder einwandfrei. Er geniesst nun noch ein paar Tage frei, bevor es dann wieder los geht.


Danke Wilma, Ursula und Christine (und natürlich Pakidor) für die Begleitung nach Babenhausen. Auch wenn’s nicht wie geplant verlief, war es ein
ganz tolles Wochenende mit euch!


Impressionen




 

 
 

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