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Distanzritt Babenhausen (GER), 13.-15.10.2017
Text: Jenny Commons

Endlich war es wieder soweit – das Endurance Festival Bavaria stand vor der Tür!

Vicomte und ich machten uns am Freitagmorgen um 8 Uhr bereits auf die Reise nach Deutschland, genauer nach Babenhausen im Landkreis Unterallgäu (Bayern). Bis auf etwas Stau in Deutschland und einer gesperrten Hauptstrasse die wir umfahren mussten, verlief die Fahrt Problemlos und wir erreichten nach knapp 5 Stunden das Gelände des Reit-, Fahr- und Zuchtverein Babenhausen (Schwaben).

Vicomte, inzwischen ein richtiger Routinier, bezieht ganz entspannt seine Boxe, nachdem wir bisschen spazieren waren. Frass sofort gemütlich sein Heu ohne grosse Aufregung. Als ich das VetGate und das Resting Area für uns eingerichtet hatte, war es schon bald an der Zeit Vicomte sauber zu putzen und für die Vorkontrolle vorzubereiten. In der Vorkontrolle glänzte er einmal mehr mit einem tollen 36er Puls und guten Werten. Nur im Vortraben (auf dem Rückweg) "überkochte" dann seine Energie doch und ich musste ziemlich bremsen, was dazu führte, dass wir fast quer zurück trabten… Damit kassierten wir ein "B" im Gang. Die Tierärztin versicherte mir, dass sie keine Lahmheit sah, aber der Gang einfach nicht gerade/regelmässig war, eben wegen dem vielen festhalten. Vicomte war danach aber wieder sofort gelassen und entspannt.

Beim Briefing am Abend genoss ich mit weiteren Schweizern ein leckeres Abendessen und es wurde viel gelacht. Da Babenhausen so nah für uns Schweizer ist und diesmal auch noch gleich die SM der Schweizer stattfand, waren natürlich sehr viele Schweizer angereist. Der Ritt verbuchte einen neuen Teilnehmerrekord.

Am späteren Abend bezog ich mein Zimmer und Hotel und kurz darauf kamen auch meine zwei Grooms Joelle und Mäthu, in Begleitung ihrer Hündin "Nyrah", an.

Am Samstagmorgen begaben wir uns schon bald zurück auf das Turniergelände, fütterten Vicomte und machten die letzten Einrichtungen im VetGate und Resting Area. Dann hatten wir sogar noch etwas Zeit übrig für ein Kafi und ein kleines Frühstück.

Beim Warmreiten war Vicomte zeitweise wieder bisschen angespannt und übermütig, aber jederzeit gut kontrollierbar und gehorsam. Um 9.35 Uhr war unsere Startzeit und wir legten im Trab los auf die erste Schlaufe (31 Kilometer). Der erste Kilometer wollte Vicomte noch nicht so ganz auf meine Tempo-Vorgabe hören, aber auch diese Phasen werden immer kürzer. Schon bald galoppierten wir gelassen und entspannt über die schönen Wiesenstreifen, die überall auf den Kieswegen anzutreffen waren. Der erste Teil der Strecke führt durch einen Wald mit diversen Kieswegen – da nahmen wir es noch etwas entspannt und ruhig, vor allem weil wir im Frühling hier ein Eisen verloren hatten und mir diese Erinnerung daran im Nacken sass. Die erste Schlaufe enthielt 5 (!) Groompoints, die meine Grooms alle anfuhren. Dieser Ritt sollte ein Training werden für uns und dazu gehört auch das ganze Grooming unterwegs (Vicomte findet es noch nicht so cool, wenn ein Groom daher gerannt kommt und uns eine Flasche hinstreckt – das muss ja irgendwann auch geübt werden). Somit verbrauchten wir an den Groompoints jeweils verhältnismässig viel Zeit, aber das war mir total egal. Training und Spass stand ganz klar im Vordergrund. Auf der zweiten Hälfte der Strecke kamen dann die schier endlosen Wiesenwege. SO HERRLICH! Am vierten Groompoint war für unsere Prüfung ein VetCheck. D.h. man reitet hin, wird gehalten bis der Puls unter 64 ist und darf erst dann weiter reiten. Die Veterinärin empfahl mir abzusteigen, da der Puls dann schneller runter kam. Ich empfand das als unnötig und blieb sitzen. Sie schaute mich etwas verwirrt an – pulste Vicomte – und war dann total begeistert. Puls 64, wir dürfen gleich weiter. Super Bube!

Vicomte galoppierte locker und zufrieden über die Strecke und ich konnte nicht aufhören zu lächeln. Ein wahnsinnig tolles Gefühl! <3

Wenige hundert Meter vor dem VetGate bogen 6 oder 7 Reiter aus der 120km Prüfung aus einem Weg hinter uns ein. Vicomte horchte zwar fleissig nach hinten, blieb aber brav und wir trabten vor dieser Gruppe in Richtung VetGate. Das letzte Stück liess ich ihn dann im Galopp weiter laufen – er liess sich total cool durch die Zeitmessung pilotieren, zwischen den Grooms hindurch auf den Sandplatz wo unsere Wasserkessel bereit standen. In toller Zusammenarbeit mit Joelle und Mäthu war der Sattel, die Trense und die Gamaschen schnell weg und bevor wir überhaupt nur schon zum Wasser griffen, war der Puls schon unter 64! Entweder müssen wir lernen noch schneller abzusatteln oder ich muss schneller reiten ;-)


Bei den Tierärzten (auch beim Vortraben) zeigte sich Vicomte vorbildlich und wir wurden in die Pause entlassen. Brav frass und trank Vicomte und genoss es geputzt und "betüdelt" zu werden.

Nach den 40 Minuten Pause starteten wir auf die zweite und somit letzte Schlaufe von 13 Kilometer. Auch hier führte die Strecke zu Beginn durch das Waldstück (welches zwar zum anschauen sehr schön war, aber uns beiden irgendwie nicht so lag zum reiten). Zudem lief Vicomte bisschen "klemmig", er hätte pinkeln müssen, wollte aber partout nicht (obwohl ich ihn mehrmals in der Wiese oder an weichen Stellen hinstellte). Aber schon bald erreichten wir den Wendepunkt und kamen wieder auf die Wiesenstreifen zurück, wo er offenbar sein "Bedürfnis" vergass. Dort war unsere Laune sofort wieder auf einem Höhepunkt und wir galoppierten wieder glücklich strahlend durch die Gegend. Der Zieleinlauf war sehr schön – dort wird nämlich in die Arena des RFZV eingeritten. So schön!

Inzwischen war es in der Sonne richtig warm geworden (ca. 24 Grad) und wir brauchten etwas Wasser zum kühlen. Schon bald zeigten wir Vicomte den Veterinären vor. In Deutschland gibt es national etwas andere Reglemente – hier wird nach dem Zieleinritt nur kurz der Puls genommen und dann stehen zwei Stunden Pause an. Erst dann, kommt die Schlusskontrolle ("Nachuntersuchung"). Also lag es an uns sicherzugehen, dass Vicomte genug trank, frass und auch sonst gut erholte und nicht steiff wurde. Gleich nach dem Pulsen entschied sich dann Vicomte, dass es jetzt doch Zeit wäre eine Pinkelpause einzulegen ;-)

Aber auch das gelang uns super und in der Nachuntersuchung zeigte sich Vicomte von seiner besten Seite, hatte tolle Werte und trabte ganz toll vor. Wir hatten den Ritt mit Bravour bestanden. So viele Glücksgefühle, es hat einfach alles so toll gepasst!

Vicomte freute sich anschliessend über eine Portion leckeres Mash :-)

Als wäre der Tag nicht schon so ein Highlight gewesen, kam das "Pünktchen auf dem i" am Abend an der Siegerehrung. Wir hatten tatsächlich den 3. Rang erreichten und bekamen einen Pokal überreicht. Was für ein Saisonfinale!!

Total 44 Kilometer, 12.54 km/h

Danke Vicomte, du hast es mega toll gemacht, ich bin mega stolz auf dich!

Danke an Joelle und Mäthu (und natürlich Nyrah) für euren tollen Groomeinsatz! Ihr habt das super gemacht!

Danke an Uschi Klingbeil und Team für den tollen Anlass, es hat uns so viel Spass gemacht!
 

Am Sonntagmorgen beim Spazieren war Vicomte voller Tatendrang – offenbar wahr ihm der Ritt am Samstag zu kurz  Die Heimreise verlief absolut problemlos und in etwas weniger als 4 Stunden waren wir bereits wieder bei uns im Stall.

 

 
 

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